Pressemitteilung: Selbsthilfe besonders in Zeiten steigender Covid-19-Infektionszahlen von gesellschaftlicher Bedeutung

Selbsthilfe bietet als Ergänzung und Erweiterung therapeutischer Maßnahmen vielen Menschen eine stabile Grundlage für die Bewältigung und Strukturierung ihres Alltags. Die Selbsthilfegruppen sind damit ein wichtiger Teil unserer demokratischen Zivilgesellschaft und können dazu beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Krise zu stärken.
Für viele Teilnehmenden aus den Selbsthilfegruppen verschafften die Bestimmungen und Verordnungen zu Beginn des Jahres einen enormen Leidensdruck. Zwar nutzen einige Teilnehmende verschiedener Gruppen die Möglichkeit, den notwendigen Kontakt über Online- Plattformen aufrecht zu erhalten. Viele aber – vor allem ältere Teilnehmende – konnten nur über Telefon einzelne Kontakte pflegen oder waren ganz auf sich alleine gestellt. Online-Plattformen stellen für die face-to-face-Treffen einer Selbsthilfegruppe nach wie vor bei weitem keinen adäquaten Ersatz dar. Besonders schwer davon betroffen waren z.B. psychisch kranke Menschen, von denen sich viele in dieser Zeit ganz zurückgezogen haben und niemand so richtig wusste, wie sie mit der Situation zurechtkommen.
Die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Frau Huml, schildert ebenfalls i n Ihrer Initiative „Bitte stör mich! Aktiv gegen Depression“ wie schwierig und herausfordernd die Corona- Pandemie für Menschen mit Depressionen sein kann.
Mit den steigenden Infektionszahlen und erneuten Infektionsschutzverordnungen zeichnet sich jedoch erneut das Bild ab, dass die 4. Säule des Gesundheitssystems vergessen wird. Kiss Mittelfranken möchte daher dringend an die politischen Vertreter appellieren, im Falle von restriktiveren Kontaktbeschränkungen eine Möglichkeit für den konstanten Austausch für Selbsthilfegruppen zu gewährleisten.

Kiss Mittelfranken, 26.10.2020