Was bedeutet das neue Datenschutzrecht für die Selbsthilfe?


Seit dem 25. Mai 2018 gilt innerhalb der EU die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Sie hat Auswirkungen auf alle Bereiche der Gesellschaft, in denen personenbezogenen Daten erhoben und verarbeitet werden. Auch die Selbsthilfe fällt unter die DSGVO und muss sich auf die neue Rechtslage einstellen. Kiss Mittelfranken und die Datenschutzbeauftragte von Kiss Mittelfranken haben bisher Vieles für die Umsetzung der Anforderungen aus der DSGVO unternommen.
Wer braucht einen Datenschutzbeauftragten?
Wie bereits vor der DSGVO müssen Vereine, Verbände, Selbsthilfeorganisationen und andere Unternehmern, bei denen mehr als 20 Mitarbeiter Zugriff auf personenbezogene Daten haben, einen Datenschutzbeauftragten (DSB) bestellen. Für Organisationen, die mit besonderen Kategorien personenbezogener Daten, wie z.B. Gesundheitsdaten, zu tun haben, gibt es eine Verschärfung.
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GEMEINSAM lachen.tanzen.selbermachen


Am Samstag, den 30. Juni hat Mittelfranken die Selbsthilfe gefeiert! Und wie! Als wir zum ersten Mal zum Selbsthilfe Festival „Selbstival“ einladen, kommen um die 2000 BesucherInnen auf den Jakobsplatz nach Nürnberg.
Die Mission: Zeigen, wie vielfältig gemeinschaftliche Selbsthilfe ist und junge Menschen für das Thema begeistern.
Den ganzen Nachmittag sind Selbsthilfegruppen aus unterschiedlichsten Bereichen dabei und präsentieren sich mit kreativen und herausfordernden Aktionen. Sie stehen für Fragen und Gespräche auch noch bereit, als die wundervollen Musikerinnen von Blind&Lame auf der Bühne sind. Beim Auftritt der quirligen Jungs von El Flecha Negra hält es dann kaum noch jemanden auf den gemütlichen Palettenmöbeln, die teilweise von Studierenden und jungen Teilnehmenden aus Selbsthilfegruppen im Vorfeld selber gebaut worden sind.
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Jung? Aktiv? – InGangSetzerIn werden!

Bist du zwischen 18 und 35, lebst in Mittelfranken und möchtest dich für andere engagieren? – Dann suchen wir genau dich!

Seit Jahren beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit dem Thema „Junge Selbsthilfe“, was durch erfolgreiche Maßnahmen, wie die Erweiterung des Kiss-Teams durch engagierte junge KollegInnen, dem Drehen eines Kinospots, dem ersten bayrischen Selbsthilfe-Festival „Selbstival“ und viele weitere Projekte, schon Früchte trägt. Nachdem bereits 2014 InGangsetzerInnen und 2017 migrantische InGangsetzerInnen geschult wurden, gehen wir von Kiss Mittelfranken nun den nächsten Schritt – wir suchen engagierte, vielseitig interessierte, junge InGangSetzerInnen!
InGangSetzerInnen geben Selbsthilfegruppen im Gründungsprozess Starthilfe.
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Termine in Mittelfranken

  • Infoveranstaltung zur Selbsthilfeförderung am Runden Tisch für die Selbsthilfegruppen aus Erlangen und Umgebung am 18.10.2018 in Erlangen. Anmeldung unter 0911 234 9449.
  • GAGA-Ausstellung in den Räumen von Kiss Nürnberg•Fürth•Erlangen ab 30.10.2018, Eröffnung um 19 Uhr.
  • Ausstellung und Rahmenprogramm zum Thema „Suizid“ mit Lesung, Vorträgen, Austauschtreffen und Krematoriumsbesuch in Weißenburg, Anfang November Plakat AGUS
  • J-IGS-Schulungstermine: 25. & 26. Januar, 08. & 09. Februar und 22. & 23. Februar 2019 in Nürnberg

Mittelfranken feiert die Selbsthilfe

Selbsthilfe ist es wert, ordentlich gefeiert zu werden! Und deshalb organisieren MitarbeiterInnen von Kiss Mittelfranken gemeinsam mit Selbsthilfeaktiven aus ganz unterschiedlichen Gruppen das bayernweit erste Selbsthilfe-Festival!

Das Selbstival wird am 30. Juni 2018 auf dem Jakobsplatz in der Nürnberger Innenstadt gefeiert! Viele Selbsthilfegruppen sind dabei und präsentieren sich, einige haben sich kreative Aktionen überlegt, um auf ihr Thema aufmerksam zu machen. Auf der großen Bühne sprechen moderne Poeten zum Thema Selbsthilfe (Poetry Slam), erheitert ein Kabarettist mit lustigen Geschichten und Liedern das Publikum und spielen tolle Bands aus Mittelfranken, Deutschland und der Welt richtig gute Musik. Die MusikerInnen werden von der Gebärdensprachdolmetscherin Laura M. Schwengber, die mindestens genauso erlebenswürdig ist, begleitet. Alle, die noch nie etwas von Selbsthilfe gehört haben, sind ebenso eingeladen wie diejenigen, die den Wert von Selbsthilfegruppen kennen. Gemeinsam möchten wir lachen, tanzen, selbermachen. Neue Leute kennenlernen, neue Infos bekommen, neue Musik erleben, neue Aktionen ausprobieren und leckere Snacks und Getränke genießen.
Kurz: Eine richtig gute Zeit miteinander haben!

Alle Details gibt es auf www.selbstival-mfr.de. Herzliche Einladung!

35 Jahre Kiss Mittelfranken: vom Protest und Aufbruch zur 4. Säule im Gesundheitswesen

Trau keinem über 30?
Jetzt ist es also soweit: Wir haben die stürmischen Jahre des Aufbruchs hinter uns gelassen, sind in der mittelfränkischen (Selbsthilfe-)Landschaft etabliert und kein Mensch traut uns noch.
ABER: Zum Glück sind wir nicht mehr in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, als alles begann, sondern schon längst im neuen Jahrtausend. Mit einem wehmütigen Lächeln schauen wir auf den Satz und wissen ganz genau: auf uns trifft das nicht zu!

Erfolgsgeschichte Kiss
Denn: ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit beinhaltet von Anfang an „alle Welt“ davon zu überzeugen, dass die gemeinschaftliche Selbsthilfe für jeden Menschen ein unterstützender Weg sein kann. Und auf diesem Weg waren und sind wir – die Selbsthilfeaktiven und der Verein – ziemlich erfolgreich:
1983: mittelfrankenweit ca. 70 Selbsthilfegruppen und keine haupt- sondern „nur“ ehrenamtlich Mitarbeitende.
2018: 902 Selbsthilfegruppen! 18 Hauptamtliche und mindestens 20 Ehrenamtliche!

Kiss erobert Mittelfranken
Die positiven Erfahrungen mit dem „Gemeinschaftsprojekt Selbsthilfe“, die finanzielle Unterstützung durch den Bezirk Mittelfranken und die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern haben es ermöglicht, dass Kiss Mittelfranken inzwischen in sieben Städten vor Ort Beratung anbietet: in Ansbach, Erlangen, Fürth, Hersbruck, Nürnberg, Roth und Weißenburg.

Die Hauptamtlichen im Verein und vermutlich weit über 10.000 Selbsthilfeaktive haben die Selbsthilfelandschaft zu einer weiten, bunten und vielfältigen Wiese gemacht, die voller Leben ist. Auf „dieser Wiese“ sind über 400 Selbsthilfethemen zu finden (von Rheuma über Depression bis zu Getrennt Leben und Freakrunning) und sprießen immer wieder neue Projektideen aus der fruchtbaren Erde. Es entstehen Selbsthilfemessen in Einkaufszentren, In-Gang-SetzerInnen, die gemeinsam über 10 Sprachen beherrschen, werden für die Unterstützung der migrantischen Selbsthilfe geschult, Gruppen zu Seltenen Erkrankungen finden sich für ihre bundesweite Interessensvertretung zusammen, ein kiss.magazin entsteht, die Selbsthilfe in Mittelfranken wird mit einer Piaggio-Ape mobil und in den letzten Jahren haben sich alle zusammengetan, um den Gedanken der gemeinschaftlichen Selbsthilfe für „die Jüngeren auf der Wiese“ attraktiv zu machen.

Selbsthilfe – eine gesellschaftliche Notwendigkeit
Gemeinschaftliche Selbsthilfe ist bunt, lebendig und flexibel. Sie stellt sich den gesellschaftlichen Veränderungen und ist bereit, immer wieder neue Wege in dieser sich verändernden Landschaft zu gehen.
Wie immer wird es auf diesen Wegen Stolper- und Lehrsteine geben, aber so war es doch schon immer in der gemeinschaftlichen Selbsthilfe. Viele Hürden wurden schon genommen. Die erste Hürde nehmen alle Selbsthilfeaktive, indem sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen. Die Hürde der hohen Mauern vieler ÄrztInnen und TherapeutInnen bezüglich der Selbsthilfegruppen zu überwinden, hat viel Energie gekostet. Nun, nach 35 Jahren unermüdlicher Aufklärungsarbeit, denken sie die Selbsthilfe ganz selbstverständlich mit. Es bedarf immer noch vieler geduldiger Diskussionen, um andere Professionelle davon zu überzeugen, dass Selbsthilfe funktioniert, auch für Menschen mit Migrationshintergrund.

Die gemeinschaftliche Selbsthilfe, ein kleiner Baustein unserer demokratischen Zivilgesellschaft, ist erprobt darin, felsige, steile Wege oder Umwege zu gehen. Möge uns dabei die Freude am gemeinsamen Tun für die vierte Säule im Gesundheitswesen erhalten bleiben.

Selbsthilfe zeigt Gesicht

Immer wieder dürfen wir interessierten Menschen erklären, was Selbsthilfe ist. Oft werden wir dann gefragt, zu welchen Themen es Selbsthilfegruppen gibt oder was das für Menschen sind, die sich in Selbsthilfegruppen engagieren.

Vor einigen Jahren haben wir gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule eine Ausstellung entwickelt, die genau diese Fragen beantwortet. Auf großen Rollups werden Menschen portraitiert, die in einem kurzen Zitat über Ihr Thema und ihre Selbsthilfegruppe sprechen. Unzensiert und ehrlich. Sie lernen in der Ausstellung Menschen kennen, die den Mut hatten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich mit der Situation, in der sie waren oder sind, nicht abzufinden. Gleichzeitig erfahren Sie, welche breite Vielfalt es in den Selbsthilfethemen gibt: Das Spektrum reicht von chronischen Erkrankungen über Suchterkrankungen hin zu seelischen oder sozialen Themen, von selbst betroffen zu angehörig. Neben den Portraits der Selbsthilfeaktiven informiert die Ausstellung über Grundlagen der Selbsthilfe im Allgemeinen und gibt einen Überblick über die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe, ihre Potenziale und Möglichkeiten sowie die Tätigkeiten einer Kontaktstelle.

Aktuell besteht die Ausstellung aus 28 Rollups, die kostenfrei ausgeliehen werden können, sodass die Ausstellung in Mittelfranken und manchmal auch darüber hinaus unterwegs ist. Sie tourt durch Kliniken, verschiedene Einrichtungen und konnte auch schon im Nürnberger Rathaus besichtigt werden. Dieses Jahr soll die Ausstellung um einige Beispiele aus jungen Selbsthilfegruppen erweitert werden, sodass Sie ein noch breiteres Publikum anspricht.

Wir freuen uns, wenn Sie Interesse daran haben, die Ausstellung zu zeigen oder Einrichtungen kennen, die sich für die Wanderausstellung interessieren.
Alle Details gibt es auf www.wanderausstellung-kiss-mfr.de oder bei uns!

Das Selbstival mitgestalten – Wir möchten ALLE dabei haben

Nicht mehr ein halbes Jahr, dann ist es endlich soweit: Am 30. Juni feiern wir das Selbsthilfe-Festival „Selbstival“ auf dem Nürnberger Jakobsplatz!
In den letzten Monaten haben wir schon häufig die Köpfe zusammen gesteckt und überlegt, Pläne geschmiedet, ExpertInnen hinzugezogen und Organisatorisches abgearbeitet. Besonders freut uns, dass junge Selbsthilfeaktive im Projektteam Selbstival mitarbeiten und ihre Ideen mit einbringen! Das Team ist auch weiterhin offen für alle (jungen) Menschen aus Selbsthilfegruppen, die noch einsteigen möchten!

Damit junge Menschen beim Festival erleben, wie lebendig und wertvoll Selbsthilfegruppen sind, freuen wir uns natürlich, wenn viele Selbsthilfeaktive aus unterschiedlichen Gruppen sich beteiligen! Für Ihre Gruppe ist es eine tolle Gelegenheit, über Ihr Thema zu informieren und sich als Selbsthilfegruppe zu präsentieren (Hinweis: Es findet dieses Jahr kein Gesundheitsmarkt statt)! Dazu gibt es auch ganz verschiedene Möglichkeiten und Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Neben Aktionen, die über den Platz verteilt stattfinden können, wird es zum Beispiel auch eine „Bühne für alle“ geben, auf der Sie als Gruppe oder auch Einzelne aus der Gruppe auftreten und das Publikum mit Ihrem Beitrag begeistern können! Das Anmeldeformular erhalten Sie von uns , kommen Sie einfach auf uns zu! Und wenn Sie gerne mitmachen möchten, aber noch nicht genau wissen, auf welche Art Sie sich beteiligen können, melden Sie sich trotzdem bei uns! Im Vorbereitungstreffen der Selbsthilfegruppen sowie im Projektteam wurden bereits fleißig Ideen gesammelt, vielleicht gefällt Ihrer Gruppe ja eine davon.

Fazit: Ob jung oder schon länger erwachsen – Wir möchten Sie und dich dabei haben, wenn wir am 30.06.2018 Mittelfranken zeigen, was Selbsthilfe alles kann!

Ehrenamtlich unterwegs…

sind seit nunmehr zweieinhalb Jahren acht Frauen und Männer in Mittelfranken, die den Start einer Selbsthilfegruppe erleichtern. Behutsam unterstützen sie den Ablauf der Gruppentreffen in der Startphase ohne Bevormundung, bis die Gruppe stabil zueinander gefunden hat und alleine „laufen“ kann.
Dabei behalten sie als ModeratorInnen den Überblick über die Struktur der Gruppentreffen ohne in die inhaltliche Arbeit der Gruppen einzutauchen. Die Einsätze in den Gruppen werden sorgfältig und individuell abgestimmt.
In ihrem Engagement sind sie ehrenamtliche MitarbeiterInnen unserer fünf Kiss Kontaktstellen. Eine mehrtägige, fachliche Schulung zu Beginn, regelmäßige Austauschtreffen miteinander und ein enger Kontakt zu Kiss vor Ort gewährleisten eine qualifizierte Zusammenarbeit.
Die erste Zeit ihres Engagements war noch von Unsicherheiten geprägt und erst allmählich reifte die Erkenntnis, dass es keine Pauschallösungen gibt und solche auch nicht gebraucht werden. Die Ermutigung: „Wenn Du unsicher wirst, halt’ Dich zurück und schau’ eine Weile ruhig zu.“ kann allen Beteiligten zu der Erfahrung verhelfen, dass die Gruppe ihren eigenen Weg findet. Genau das bestätigen viele Statements unserer mittlerweile erfahreneren „In-Gang-SetzerInnen“ (IGS): „Ich habe mit der Zeit auch von den Gruppenmitgliedern gelernt, dass es ein breites Spektrum an Problemlösungen gibt.“ „Ich habe gemerkt, dass Gelassenheit oft hilft.“ „Es macht mir Freude, zu erleben, wie Menschen zueinander finden und sich etwas geben können.“ Heute sind sie in unserer Selbsthilfe- Unterstützungsarbeit nicht mehr weg zu denken.
Ihr Einsatz eröffnet darüber hinaus neue Möglichkeiten der Gruppengründung, wenn keinE InitiatorIn vorhanden ist, aber der Bedarf nach einer neuen Gruppe offensichtlich ist.
Der tendenziell reaktive Ansatz, nicht nur der Kontaktstellen, kommt angesichts des Wandels der Selbsthilfe an seine Grenzen; es geht nun – stärker als bisher – darum, Selbsthilfe auf den Weg zu bringen und „Anstöße“ zur Selbsthilfe zu geben.
Vor kurzem ist auch die Schulung der Ehrenamtlichen mit Migrationshintergrund beendet und somit steht nun die Aktivierung zur Selbsthilfe durch Migrantische In-Gang-SetzerInnen (MIGS) in den Startlöchern.
Die MIGS stellen sich der Herausforderung, gute Rahmenbedingungen und einen leichteren Zugang zur Selbsthilfe für Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen.

• Kiss Projekt- Ansprechpartnerin für IGS: Brigitte Bakalov
• Kiss Projekt- Ansprechpartnerin für MIGS: Sujata Sharma und Darja Schneider

Für die Schulungen der In-Gang-SetzerInnen ist Projektträger der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW. Finanziert von mehreren Betriebskrankenkassen und ihrem BKK Dachverband.