Termine

  • 26. Rother Landkreis Seniorentag am Mi, 09.09.2026 von 10 – 17 Uhr am Berufsschulzentrum Roth, Brentwoodstraße 4. Zahlreiche Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialbereich sowie Kiss Roth-Schwabach sind dabei! Schauen Sie einfach vorbei.
  • Ansbacher Familienmesse mit Infoständen, Vorträgen und Mitmachangebote am Samstag, 23.09.2026 von 10 – 18 Uhr, Onoldiasaal Ansbach.
  • Im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche: Vortrag mit Chefarzt Prof. Dr. Zink vom Bezirksklinikum Ansbach und verschiedene Infostände am Mi, 23.09.2026 ab 18 Uhr, Karlshalle am Karlsplatz 7-9, Ansbach. 
  • Kursabend “Hilfe für die Seele” für Senior*innen am Fr, 09.10.2026 von 16 – 19 Uhr bei Kiss Roth-Schwabach in Kooperation mit der Seniorenbeauftragten der Stadt Roth Brigitte Reinard. Anmeldung unter Tel. 09171 848 558 oder brigitte.reinard@stadt-roth.de. Die Teilnahme ist kostenlos.                                             
  • Mitgliederversammlung für Vereinsmitglieder am Do, 29.10.2026 ab 18:30 Uhr bei Kiss Nürnberg/Fürth, Am Plärrer 15, Nürnberg. Eine Einladung erfolgt noch.                                                                                                                         
  • Kunstcafè “Die Spinnerei” am So, 08.11.2026 von 14 – 18 Uhr bei Kiss Roth-Schwabach. Unter dem Motto „Kunst bewundern – gute Gespräche führen – Kaffee genießen!“ können Sie Bilder von Amelie Arold (Amelie Hairdresser) anschauen und sich mit Selbsthilfeaktiven austauschen. Es findet zudem ein Vortrag zum Thema Psychotherapie statt. Wir freuen uns auf ihren Besuch!

Mehr Infos unter https://kiss-mfr.de/seminare-und-veranstaltungen/

Woche der seelischen Gesundheit

Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich das Aktionsbündnis für seelische Gesundheit erfolgreich in der Antistigma-Arbeit. Ziel war und ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie ihre Angehörigen zu stärken und das Thema psychische Gesundheit nachhaltig in Politik, Fachwelt und der Öffentlichkeit zu verankern.  

Zur diesjährigen Jubiläumswoche unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt” finden wieder deutschlandweit kleinere und größere Veranstaltungen statt, die das Thema in den Blick nehmen. Auch wir haben rund um den Aktionszeitraum vom 10. bis 20. Oktober einige Veranstaltungen geplant.  

Hier ein Überblick:  

Kiss Ansbach 

Depressions-Trialog am 06.10.2026, 18 – 20 Uhr: Betroffene, Angehörige und professionell Tätige tauschen sich aus. Infos und Anmeldung.  

Kiss Erlangen 

Walk & Talk durch den Brucker Wald am 07.10.2026, 15 – 17 Uhr. Mehr Infos in unserem Seminarflyer. 

Kiss Roth-Schwabach  

Kursabend „Hilfe für die Seele“ am 09.10.2026, 16 – 19 Uhr in Kooperation mit der Stadt Roth für Senior*innen. Anmeldung bei der Seniorenbeauftragten der Stadt Roth, Brigitte Reinard unter Tel. 09171 848 558 oder brigitte.reinard@stadt-roth.de 

Workshop „Meditatives Malen – raus aus dem Stress!“ am Di, 13.10.2026, 18 – 19:30 Uhr. Mehr Infos in unserem Seminarflyer. 

Kiss Weißenburg-Gunzenhausen  

Kursabend „Erste Hilfe für die Seele“ für interessierte Laien am Mo, 05.10.2026, 17:30 – 20:30 Uhr. Infos und Anmeldung. 

Trialog Psychische Erkrankungen in Kooperation mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst am 12.10.2026, 18 – 20 Uhr: Betroffene, Angehörige und professionell Tätige tauschen sich aus. Infos und Anmeldung.  

Kiss Nürnberg-Fürth 

Filmabend „IRRE oder Der Hahn ist tot“ am 14.10.2026, 17:30 – 20:30 Uhr im Casablanca Filmkunsttheater. Mehr Infos in unserem Seminarflyer. 

Forum Selbsthilfe am 20.10.2026, 17 – 19 Uhr: Austausch speziell für Selbsthilfegruppen aus dem Bereich Psychische Erkrankungen. Infos und Anmeldung.  

 

Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sind jedes Jahr in Deutschland 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen, das entspricht rund 17,8 Millionen Menschen. Hinzu kommen noch Kinder und Jugendliche. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentengebrauch. 

Eine psychische Erkrankung betrifft nicht nur den betroffenen Menschen, sondern das ganze Familiensystem, den Freundeskreis, Arbeitskolleg*innen, letztlich uns alle in der Gesellschaft. Von daher ist es einerseits wichtig, die eigene seelische Gesundheit ähnlich wie die körperliche Fitness zu pflegen, Anzeichen von psychischen Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und über Hilfsstrukturen informiert zu sein. Und andererseits ist es notwendig, gesellschaftliche Bedingungen, im Kleinen wie im Großen, für Erkrankte zu schaffen, um ihnen die Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Es geht um ein Miteinander, das niemanden ausklammert.  

Die gemeinschaftliche Selbsthilfe trägt ihren Teil dazu bei. Sie bietet nicht nur einen geschützten Raum für den Erfahrungs- und Informationsaustausch untereinander, sondern stärkt jede*n Einzelne*n und setzt sich für gesellschaftliche Verbesserungen ein.  

Selbsthilfegruppe Endometriose, Adenomyose & Kinderwunsch

Herzlich willkommen bei der Selbsthilfegruppe Endometriose, Adenomyose & Kinderwunsch. Unsere Gruppe bietet Betroffenen einen geschützten Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Informationen rund um diese oft unsichtbaren chronischen Beschwerdebilder. 

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Dies kann starke Menstruationsschmerzen, chronische Unterleibsschmerzen, Erschöpfung sowie einen unerfüllten Kinderwunsch verursachen.  

Bei der Adenomyose wächst ähnliches Gewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter ein und führt häufig zu starken Blutungen, Regelschmerzen und einem Druckgefühl im Unterbauch. Beide Erkrankungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und treten häufig gemeinsam auf. 

Unsere Selbsthilfegruppe möchte Mut machen, Wissen vermitteln und zeigen:       Niemand muss diesen Weg allein gehen! Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann entlasten, neue Perspektiven eröffnen und Hoffnung schenken – insbesondere auch bei einem unerfüllten Kinderwunsch. 

Jeden ersten Dienstag im Monat findet das Treffen online statt. Jeden dritten  Dienstag im Monat treffen wir uns persönlich bei Kiss Ansbach, Bahnhofstraße 8, 91522 Ansbach. Die Teilnahme ist kostenlos, vertraulich und neue Betroffene sind jederzeit herzlich willkommen. 

Instagram: @endo_selbsthilfe_ansbach 

Gemeinsam sind wir stärker – wir freuen uns darauf, Dich kennenzulernen! 

Mein Weg in die Selbsthilfe – Teil 9

Gleich findet das nächste Treffen statt. Ich bin ein wenig aufgeregt, weil ich heute etwas ansprechen möchte. Mir ist nach dem letzten Treffen aufgefallen, dass ich Schwierigkeiten damit hatte, dass die zwei neuen Teilnehmenden so viel Raum eingenommen haben. Ich konnte eigentlich nichts von mir erzählen, obwohl ich mich schon darauf gefreut hatte, von meiner vergangenen Woche zu berichten.  

Der Groll darüber, dass ich nicht zu Wort kam, ist im Laufe der Zeit gewachsen. Im Nachhinein habe ich mich gefragt, wieso ich so emotional reagierte. Ich glaube, ich hatte das Gefühl, zu kurz zu kommen und nicht wirklich beachtet zu werden. Dieses Gefühl kenne ich schon lange – es erinnert mich an meine Kindheit. 

Für meine Eltern waren meine Bedürfnisse nebensächlich, sodass ich mich damals schon oft nicht gesehen und gehört gefühlt habe. Genau das kam beim letzten Treffen wieder hoch, obwohl es eine ganz andere Situation war. Wir sind in der Gruppe alle für uns selbst verantwortlich und von daher möchte ich in Zukunft meine Bedürfnisse besser kommunizieren. Wenn ich das letzte Treffen jetzt nochmal erleben könnte, würde ich den Neuen trotzdem den Raum geben, sich mitzuteilen weil sie neu sind, Redebedarf haben und ich es auch sehr mutig finde, dass sie sich bei fremden Menschen schon so öffnen können. Aber ich hätte am Ende noch meine Gefühle mitgeteilt. Hätte meinen Groll im Raum gelassen und nicht mit nach Hause genommen. Und vielleicht eher verstanden, dass die Situation mich an früher erinnert hat.  

Der Anlass hat mich nachdenklich gemacht. Worüber wir in unserer Selbsthilfegruppe bisher nämlich noch nicht gesprochen haben, ist das Thema Kommunikation. Es braucht nicht immer den ganz großen Konflikt innerhalb einer Gruppe, um (neue) Kommunikationsregeln aufzustellen. Manchmal reicht schon das Gefühl, nicht zu Wort zu kommen, um auch einmal über die Art der Kommunikation nachzudenken. Beim nächsten Treffen möchte ich den anderen vorschlagen, dass wir gemeinsam über dieses Thema sprechen. Auch fände ich es sinnvoll, immer wieder zu reflektieren, wie es gerade bei uns läuft und ob es Anliegen gibt. Achtsam bleiben gilt auch in der Selbsthilfegruppe! 

 

Selbsthilfeförderung 2026 in Mittelfranken

Beratung und Unterstützung für Antragstellende am Runden Tisch Mittefranken: 

Die Geschäftsstelle Runder Tisch Mittelfranken berät und unterstützt gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen bei der Antragsstellung von Fördermitteln nach § 20h SGB V. 

Selbsthilfegruppen, die bisher noch keine Förderung in Anspruch genommen haben, sollten vorab eine Erstberatung mit uns vereinbaren. Aber auch für Gruppen, die schon seit vielen Jahren finanziell gefördert werden, sind wir gerne da.  

Beratungen und Einzelgespräche finden bei uns wahlweise telefonisch, persönlich oder online (mit/ohne Video) statt.   

Termine der Informationsveranstaltung Runden Tisch Mittelfranken für die Förderung nach § 20H SGB V für das Jahr 2027 

Wie jedes Jahr finden ab Herbst 2026 wieder passgenaue Informationsveranstaltungen zur Antragstellung und Abrechnung der Selbsthilfeförderung an unseren verschiedenen Standorten und online statt.  

Auch den Workshop „Keine Angst vor Förderanträgen nach § 20h SGB V“ bieten wir wieder Ende November 2026 an. Hier können alle Fragen rund um den Verwendungsnachweis geklärt werden. Diese Veranstaltung richtet sich an Selbsthilfegruppen, die 2026 eine Förderung nach § 20H SGB V erhalten haben und kann besonders für Selbsthilfegruppen hilfreich sein, die erstmals nach § 20H SGB V gefördert werden.  

Die genauen Termine und Angebote finden Sie in unserem Seminarflyer. Melden Sie sich bitte bis spätestens eine Woche vor der jeweiligen Veranstaltung verbindlich an. 

Kontaktieren Sie dazu eine unserer Kiss- Kontaktstellen in Mittelfranken, oder schreiben Sie eine E-Mail an: shg-foerderung@kiss-mfr.de   

Weiter steigender Bedarf – Höhere Förderung für Selbsthilfegruppen Mittelfranken 

Der Runde Tisch Mittelfranken hat dieses Jahr 330 Förderantrage bearbeitet und konnte 734.823 Euro (2025: 712.569 Euro) an 284 Selbsthilfegruppen (2025: 275 Selbsthilfegruppen) und 22 Projekte (2025: 23 Projekte) ausschütten. Der Bedarf seitens der Selbsthilfegruppen ist somit im Jahr 2026 weiter gestiegen. Der Förderpool der Gemeinschaft des Runden Tisch Mittelfranken setzt sich aus der Beteiligung der gesetzlichen Krankenkassen (dazu gehören AOK, BKKs, IKK Classic, Knappschaft, SVLFG und VDEK) in Höhe von 729.883 Euro, sowie der Stadt Nürnberg in Höhe von 4.970 Euro zusammen. Die Aufgaben und Tätigkeiten der gesundheitsbezogenen Selbsthilfegruppen werden mittels der allgemeinen Förderung und der Projektförderung bezuschusst. 

Die genannten Zahlen für 2026 sind noch nicht abschließend. Selbsthilfegruppen, die sich nach dem Antragsschluss 15.02. gründen, können bis zum 31.10. einen Antrag auf Selbsthilfeförderung für das aktuelle Förderjahr am Runden Tisch Mittelfranken stellen. 

Bewerbungszeitraum für den Selbsthilfepreis 2026 beendet

Ende Juni ist der Bewerbungszeitraum für den diesjährigen Selbsthilfepreis offiziell zu Ende gegangen. 26 Selbsthilfegruppen aus ganz Mittelfranken sind der Aufforderung gefolgt und haben sich und die Arbeit ihrer Gruppe der Fachjury vorgestellt. In diesem Jahr lag der besondere Fokus auf dem Thema ‚Vielfalt‘, d.h. wie die Selbsthilfegruppen Vielfalt leben, aber auch wie diese durch die Gruppe gefördert wird.  

26 aussagekräftige Bewerbungen haben Kiss erreicht. Sie alle beschäftigen sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema und setzen gleichzeitig ein hoffnungsvolles Statement: In der Selbsthilfe bekommen alle einen Platz, die auf der Suche nach Gemeinschaft sind – ganz unabhängig vom persönlichen Hintergrund! 

Die bewerbenden Selbsthilfegruppen kommen aus allen Bereichen der Selbsthilfe, etwa Tumor-, innere und chronischen Erkrankungen, aber auch psychische oder seltene Erkrankungen sind vertreten. Daneben haben sich Gruppen aus den Bereichen Sucht, Behinderung und aus der sozialen Selbsthilfe beworben. Sie alle hoffen nun auf jeweils 2.000 Euro Preisgeld, über das die Gruppe frei verfügen kann. Schon jetzt steht fest: In diesem Jahr wird unserer Fachjury die Entscheidung besonders schwer gemacht! 

Der Selbsthilfepreis wird in diesem Jahr bereits zum vierten Mal vergeben und wird ermöglicht durch die freundliche Förderung der Bürgerstiftung Kerscher – dafür sagen wir ganz herzlichen Dank! 

Die offizielle Preisverleihung im feierlichen Rahmen findet am 13. November 2026 am Klinikum Nord in Nürnberg statt.

Info-Veranstaltungen zur elektronischen Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte (ePA) gehört zu den Neuerungen im deutschen Gesundheitswesen der letzten Jahre. Seit ihrer bundesweiten Einführung können medizinische Informationen wie Befunde, Arztbriefe oder Medikationsdaten digital verwaltet und bei Bedarf mit behandelnden Ärzt*innen, Kliniken oder Apotheken geteilt werden. Gleichzeitig bringt die neue Anwendung bei vielen Menschen Fragen und Unsicherheiten mit sich, insbesondere zu den Themen Nutzung, Datenschutz und individuelle Einstellungsmöglichkeiten.  

Um Selbsthilfeaktive bei diesem wichtigen Thema zu unterstützen, bietet Kiss Mittelfranken gemeinsam mit SeKo Bayern ab sofort kostenfreie Informationsveranstaltungen zur ePA an. Die Veranstaltungen richten sich an Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen und vermitteln verständlich, wie die elektronische Patientenakte funktioniert und wie sie selbst bestimmt genutzt werden kann. Die rund zweistündigen Termine werden von geschulten Referierenden durchgeführt und können sowohl online als auch in Präsenz stattfinden. 

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Veranstaltungsflyer von Kiss Mittelfranken. 

Werbekampagne zum Tag der Selbsthilfe im öffentlichen Raum

Seit 2025 gilt der 16. September offiziell als bundesweiter Tag der Selbsthilfe. An und um dieses Datum herum organisieren unterschiedliche Akteure in ganz Deutschland diverse Veranstaltungen und Formate, um den wertvollen Stellenwert der gemeinschaftlichen Selbsthilfe in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Selbsthilfegruppen als wichtiger Teil des bürgerschaftlichen Engagements stehen an diesem Tag im Mittelpunkt. 

Für 2026 hat sich Kiss etwas Besonderes überlegt. Nachdem wir 2025 mit einem großen Stuhlkreis-Flashmob auf dem Nürnberger Kornmarkt ein Fest der Selbsthilfe gefeiert haben, wollen wir in diesem Jahr an anderer Stelle für Aufmerksamkeit sorgen.  

Dank einer freundlichen Spende durch das Nürnberger Ärztenetzwerk Praxisnetz Nürnberg Nord e. V. können wir unsere Selbsthilfe-Kurzspots zurück auf die Info-Screens der öffentlichen Verkehrsmittel im Großraum Nürnberg bringen – aber nicht nur an einem Tag, sondern drei Monate lang vom 7. September bis 6. Dezember 2026 mit 4.740 Schaltungen im Monat.  

Darüber hinaus starten wir um den 16. September eine Großplakat-Kampagne an allen anderen Standorten, an denen Kiss Selbsthilfekontaktstellen unterhält. Denn wir wollen Sichtbarkeit für die Selbsthilfe in der Stadt wie auf dem Land! Diese Aktion ermöglicht uns eine Spende der Bürgerstiftung Kerscher, worüber wir sehr dankbar sind. 

Wir freuen uns sehr, auf diesem Weg auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen und vielleicht die eine oder andere Person dazu zu inspirieren, einen Blick auf die vielfältige mittelfrankenweite Selbsthilfelandschaft zu werfen!  

Medical Gaslighting – Wenn Beschwerden nicht ernst genommen werden

Medical Gaslighting ist ein Begriff, der in letzter Zeit immer häufiger auftaucht. Was steckt dahinter?  

Während „Medical“ einfach mit „medizinisch“ übersetzt werden kann, kommt der Ursprung des englischen Wortes „Gaslighting“ aus dem Jahr 1938. Das Theaterstück des britischen Dramatikers Patrick Hamilton namens „Gaslight“ (dt. „Gaslicht“) handelt von einer Frau, die von ihrem Ehemann manipuliert und absichtlich in den Wahnsinn getrieben wird, indem er die Helligkeit der Gaslampen verändert und dabei ihre Wahrnehmung abstreitet. Der Begriff bedeutet demnach eine Art psychologische Manipulation, welche die Wahrnehmung und Erinnerung in Frage stellt.  

Übertragen auf Medical Gaslighting bedeutet das, dass Ärzt*innen die Anliegen von Patient*innen nicht ernst nehmen und den Eindruck vermitteln, sie würden sich die Symptome einbilden. Häufig heißt es in diesem Zusammenhang, es würde sich um psychosomatische Ursachen handeln, die auf keine schwere Erkrankung hindeuten. 

Die Folgen davon zeichnen sich auf mehreren Ebenen ab: 
Durch verzögerte Diagnosen können sich Krankheiten verschlechtern oder gar chronifizieren. Auch die Verabreichung von Medikamenten wie Schmerzmitteln, um die Symptome zu lindern kann zu Nebenwirkungen führen, ohne die Ursachen zu bekämpfen. Nicht zu vergessen, entstehen auch psychische Folgen durch Medical Gaslighting wie etwa die Angst vor weiteren Arztbesuchen, das Zweifeln an der eigenen Wahrnehmung und der Frust, keine Hilfe bekommen zu haben. 

Personengruppen, die häufig von Medical Gaslighting betroffen sind, sind marginalisierte Gruppen – Gruppen, die weniger Macht, weniger Einfluss und einen schlechteren Zugang zu Ressourcen haben. Darunter fallen zum Beispiel queere Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen in Armut, People of Color, Menschen mit Migrationshintergrund und Frauen.  

Einige Studien zeigen, dass Frauen im Vergleich zu Männern länger auf die richtige Diagnose warten und Symptome ignoriert oder abgetan werden. Diese unterschiedliche Gesundheitsversorgung aufgrund des Geschlechts wird auch Gender-Health-Gap genannt. Nicht nur in Bezug auf Diagnosen wird unterschiedlich behandelt, sondern auch bei der Vergabe von Medikamenten – Frauen bekommen bei vergleichbaren Schmerzen weniger Schmerzmittel verschrieben als Männer. Bei Patientinnen mit Reizdarmsyndrom wurden dagegen von männlichen Ärzten doppelt so oft Beruhigungsmittel verschrieben wie von Ärztinnen. Generell wird die Behandlung von einer Ärztin bei einer Patientin öfter positiv bewertet als die Behandlung von einem Arzt. 

Es ist eigentlich auch nicht verwunderlich, dass Frauen anders behandelt werden als Männer, denn in den Lehrbüchern der angehenden Ärzt*innen gab und gibt es noch immer große Lücken in Bezug auf die Anatomie von nicht-männlichen Körpern (Frauen, intergeschlechtliche und trans*-Personen). Medizinische Studien und die Erprobung von Medikamenten werden häufig nur an Männern durchgeführt, was dementsprechend dazu führt, dass keine Daten zur Wirksamkeit bei nicht-männlichen Körpern vorhanden sind und dadurch vermehrt Nebenwirkungen auftreten können. 

Es ist wichtig, dass ebendiese Patient*innen sich dessen bewusst sind und für sich selbst einstehen. Es ist wichtig, dass das Schmälern von Symptomen nicht einfach hingenommen wird, sondern ärztliche Diagnosen hinterfragt und eine Zweitmeinung eingeholt wird. Und es ist wichtig, darüber aufzuklären, dass es im Gesundheitssystem Ungerechtigkeiten wie Medical Gaslighting, Gender-Health-Gap und ein Machtgefälle zwischen Ärzt*innen und marginalisierten Gruppen gibt. 

 Im Herbst 2027 möchten wir dieses wichtige Thema in einem Fachtag vorstellen. Wichtig ist uns dabei, dass Besuchende informiert werden, aber auch Hilfe an die Hand bekommen, mit der sie sich in Arztgesprächen behaupten können. 

Wir sind gespannt und werden Sie rechtzeitig über näheres informieren. 

 Quellen: