Freundinnen, Freunde und Eltern queerer Kids

Wer sind wir? 

Wir sind eine Selbsthilfegruppe, die nun schon seit Ende der 80er Jahre für Eltern und andere Angehörige im Verein Fliederlich e.V., Queeres Zentrum Nürnberg, besteht. 

Warum gibt es uns?

Besonders Eltern sind nach dem Coming Out ihres Kindes (egal welchen Alters) oft überfordert und suchen andere Menschen in ähnlicher Situation, um sich gegenseitig über so viele Fragen wie beispielsweise „Wie gehen wir mit dem Kopfschütteln der Nachbarn um, wenn der Sohn unter der Straßenlaterne seinen Freund küsst?“ oder „Wem erzählen wir, dass unsere Tochter nun ein Sohn ist?“ auszutauschen
Einfache Antworten gibt es nicht, aber wir suchen sie gemeinsam, denn wir wissen, dass von uns und unseren Reaktionen es auch ein Stück weit abhängt, ob die Gesellschaft irgendwann so tolerant und vielfältig ist, wie wir es uns für unsere Kinder wünschen.

Was tun wir?

Wir suchen Wege, wie wir den Kindern und Jugendlichen zeigen können, dass wir sie so lieben, wie sie sind. Wir geben uns gegenseitig Tipps, sprechen über eigene Sorgen, Ängste und Erfahrungen oder tauschen Adressen von Anlaufstellen aus. Wir versuchen zu trösten, haben Verständnis, hören einfach nur zu. So wird klar: keiner ist allein in dieser Situation.

Wie erreicht man uns?

Wir treffen uns immer am ersten Donnerstag im Monat bei Fliederlich in der Sandstr. 1 beim Plärrer (teilweise online/hybrid) oder im Sommer auch mal im Biergarten. Vor dem ersten Besuch bitte per Mail bei eltern@fliederlich.de anmelden. Weitere Infos zum queeren Leben in Franken hier.

Selbsthilfegruppe von Angehörigen mit Demenz

Es ist ein Segen, nicht alleine zu sein. Wenn man die Freude mit anderen teilen kann, aber auch seinen Schmerz. Wenn jemand da ist, der mit Empathie zuhört und der weiß, wovon man spricht.
Dies war die Motivation, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen zu gründen. Denn ist ein*e nahe*r Angehörige*r betroffen, so muss man diese Erkenntnis für sich erst einmal akzeptieren und damit umgehen lernen. Es gilt, sich von seinem bisherigen Leben zu verabschieden und die Erinnerung an schönere Tage aufrechterhalten.
In unserer noch jungen Selbsthilfegruppe im Nürnberger Land können wir uns zwanglos und ohne Scheu treffen, uns austauschen und von den Erfahrungen anderer profitieren – in einem geschützten Raum. Man kann sein Herz ausschütten, das ist etwas ganz Wichtiges. Man möchte nicht immer die Familie oder Freund*innen mit den eigenen Sorgen behelligen, sondern sich mit jemandem austauschen, der genau weiß, wovon man spricht. Und das tut sehr gut!
Für die Zukunft planen wir unter anderem, zu wichtigen Fragen rund um die Krankheit eine kompetente Fachkraft einzuladen. Es gibt sehr viele Dinge, die man nicht alleine lösen kann, wo dringend Unterstützung gebraucht wird, so dass all die Fragen einen Raum finden.

Wir treffen uns vierzehntägig donnerstags, im Mehrgenerationenhaus in Röthenbach a. d. Pegnitz, Karlstrasse 5. Neue Betroffene und Interessierte sind herzlich willkommen. Wer in die Gruppe „hineinschnuppern“ möchte, kann sich jederzeit bei Kiss melden.

Online Selbsthilfegruppe „Long Covid – genesen, aber mit Spätfolgen“

Andreas Braune, Ansprechpartner der Selbsthilfegruppe Nürnberg und Nürnberger Land, beschreibt seine Gruppe eindrucksvoll in wenigen Sätzen:
„Keiner von uns möchte diese Gruppe brauchen und trotzdem freuen wir uns alle darüber, dass es sie gibt und wir ein Teil davon sein können. Wir sind eine heterogene Gruppe verschiedener Menschen, verschiedenen Alters, Geschlechtes, mit verschiedenen Interessen und verschiedenen Geschichten, die durch die Krankheit Long Covid verbunden sind.
Wir leben mit einer Krankheit, die unerforscht, überwältigend und oft auch unverstanden ist. Umso schöner ist es in einer Gruppe Gleichgesinnter Rat und Beistand zu finden. Sich mal nicht erklären zu müssen und zum Glück auch oft die Schwere der Krankheitslast mit etwas Humor aus den Augen verlieren zu können.
In unserer Gruppe teilen wir Erfahrungen, geben uns Halt, tauschen neue Informationen aus und diskutieren Therapiemöglichkeiten.
Die Krankheit kann uns die Gruppe zwar nicht nehmen, aber damit zu leben funktioniert mit dieser Gruppe sehr viel besser als alleine.“

Wer ebenfalls von Long Covid betroffen ist, kann sich gerne bei Kiss melden. Wir stellen den Kontakt zur Gruppe her. Und wer noch etwas mehr Einblick in diese Selbsthilfegruppe haben möchte, kann sich den Beitrag in der Frankenschau ansehen. 

Selbsthilfegruppe für von FASD-Betroffene

Ich erzähle viel, weil ich weiß, dass das hier im Raum bleibt. Meine wahren Freunde kann ich an einer Hand abzählen.“ Dominik, 26 Jahre, ist Mitglied der Selbsthilfegruppe für von FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) betroffene Menschen. Regelmäßig kommt er zu den Treffen, weil er hier Halt und Verständnis gefunden hat – gerade auch im Hinblick auf das, was die Herausforderungen im Alltag betrifft.

Für Anna, 19 Jahre, sind Freundschaften ebenso wichtig: „Es entstehen für mich Freundschaften. Ich kann mir hier Tipps von anderen holen. Ich bin nicht mehr allein.“

Als FASD wird die Krankheit bezeichnet, an denen Menschen leiden, deren Mütter in der Schwangerschaft zu viel Alkohol getrunken haben. Eine Krankheit, die zu 100 % vermeidbar gewesen wäre.

Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit oder Aggressionen, aber auch Empathie, Eloquenz und Fröhlichkeit zeichnen Betroffene aus. Auf den ersten Blick sieht man es ihnen nicht unbedingt an. Dies führt leider oft dazu, dass die Krankheit nicht diagnostiziert wird oder man ihnen Vergesslichkeit & Co. zum Vorwurf macht.

Mit der in diesem Jahr gegründeten Selbsthilfegruppe haben von FASD betroffene Menschen erstmals in der Region Erlangen/Fürth/Nürnberg eine Anlaufstelle gefunden, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Inzwischen besuchen fünf Personen regelmäßig die Treffen und es kommen immer neue Menschen hinzu.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir noch weitere von FASD betroffene Personen erreichen könnten – Ihr seid herzlich eingeladen! Wer zu der Selbsthilfegruppe dazu stößt, ist nicht mehr allein! So empfindet es auch Emil, 16 Jahre: „Man ist nicht allein, andere verstehen mich und ich werde so akzeptiert, wie ich bin.“

Die Gruppe trifft sich jeden 2. Samstag im Monat in den Räumen von Kiss Mittelfranken, Henkestraße 78, 91054 Erlangen. Bitte vorher bei Kiss anmelden!

Selbsthilfegruppe MCS/CFS Ansbach

Im Juni dieses Jahres entstand die Idee, eine Selbsthilfegruppe MCS/CFS (= Multiple Chemikalien Sensitivität/Chronisches Fatigue Syndrom) mit Unterstützung durch Kiss Ansbach zu gründen. Auslöser war ein Zeitungsartikel über landwirtschaftliche Pestizide, auf den mehrere MCS-Patienten in Leserbriefen reagierten. Dies ließ mich vermuten, dass es mehrere Betroffene in der Region geben müsse. Nach Rücksprache mit Kiss gab es bislang im Raum Ansbach keine Selbsthilfegruppe für diese beiden relativ unbekannten Umweltkrankheiten.

Über die Fränkische Landeszeitung wurden zwei Patienten mit den jeweiligen Krankheiten und ihrem Anliegen zur Gründung einer Selbsthilfegruppe näher vorgestellt. Daraufhin meldeten sich rund 15 Personen, die am gegenseitigen Austausch interessiert waren. Weil einige davon so krank sind, dass sie ihre Wohnung kaum mehr verlassen können, wurde nach eingehender Beratung beschlossen, eine Online-Gruppe zu gründen. Kiss Ansbach übernahm dankenswerterweise die technische Grundausstattung, so dass die Gruppe erstmals am letzten Tag im Juni 2021 mit sechs Personen an den Start ging.

Bei der zweiten Zusammenkunft waren es schon acht Personen; ein weiterer Zuwachs ist in Aussicht. Die Erfahrungen aus den ersten Zusammenkünften waren durchweg positiv. Manche Teilnehmer*innen waren wirklich überwältigt von dieser neuen Möglichkeit, weil sie sich bisher mit ihrer Krankheit sehr alleingelassen gefühlt haben. Inzwischen wächst und gedeiht die Gruppe und es werden immer mehr wichtige Themen angesprochen, über die lebhaft diskutiert wird. Bislang ist es ein voller Erfolg. Wer Interesse an der Gruppe hat, kann sich gerne an Kiss vor Ort wenden. (Heinz Meyer, Initiator der Initiative)