Quarterlifecrisis oder ist es schon  ’ne Depression?

Die Generation der unendlichen Möglichkeiten – was eigentlich toll klingt, kann auch überfordernd sein. Die meisten zwischen Anfang 20 und Anfang 30 haben bereits einen Weg eingeschlagen, sei es privat oder beruflich. Plötzlich kommen Zweifel. „Ist das überhaupt das richtige, passt das zu mir?“ „Wer bin ich eigentlich?“ „Bin ich nur hier gelandet, weil es von mir erwartet wurde?“ „Verpasse ich etwas ganz tolles, spannendes, wenn ich einfach so weitermache?“ „Andere sind schon viel weiter, haben schon viel mehr erreicht“ sind nur Beispiele für Gedanken, die viele junge Erwachsene umtreibt. Gerade die Frage nach dem eigenen Sinn des Lebens oder das Gefühl, den Platz im Leben nicht so richtig zu finden, kann beängstigend sein. Manche finden neue Wege oder gehen mit Zuversicht den alten weiter. Manche aber haben das Gefühl in dieser Phase festzustecken, kommen aus dem Grübeln nicht mehr raus und das Leben erhält einen Grauschleier. In manchen Fällen entwickelt sich sogar eine Depression.
Um zu verstehen und zu fühlen, dass wir nicht alleine damit sind, haben wir eine Selbsthilfegruppe gestartet, die sich genau mit diesen Fragen beschäftigt.
Wir versuchen mit empathischem, wertfreiem Austausch und ganz viel Humor dieser Thematik zu begegnen. Wir teilen unsere Sorgen und tauschen Erfahrungen sowie Tipps aus.
Unsere Gruppe trifft sich 14-tägig, immer mittwochs von 18.30 bis 20.30 in Nürnberg. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Der Kontakt wird über Kiss hergestellt.

„Mama-Selbsthilfe in Ansbach“

Selbsthilfegruppe für Mütter von Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen
Wenn die Seele des eigenen Kindes leidet, stellen sich Mütter immer wieder die Frage: „Was habe ich falsch gemacht, warum ist mein Kind krank?“. Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Scham und Hoffnungslosigkeit machen sich breit. Wenn dann auch noch finanzielle Sorgen oder schwierige Lebenskonstellationen hinzukommen, fühlen sich viele oft alleine und ziehen sich zurück. Wer spricht schon gerne darüber, dass das eigene Kind psychisch erkrankt ist.

Psychische Erkrankungen sind komplex und erfordern oft eine langfristige Behandlung. Es kann Rückschläge geben und deshalb ist es so wichtig, dass die Mütter und damit letztlich die ganze Familie unterstützt wird. Die Selbsthilfegruppe bietet den Müttern die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen, sich gegenseitig zu stärken und Informationen zu teilen.
Mit tatkräftiger Unterstützung von Kiss Ansbach, besonders durch Frau Kaufmann, konnten wir die Gruppe ins Leben rufen – ausschließlich für Mütter von Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen.

Regelmäßige Treffen, Vorträge von Fachleuten und ähnliche Aktivitäten können den betroffenen Müttern im Umgang mit der Erkrankung des Kindes helfen und ihnen vor allem das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind.

Seit März 2023 trifft sich die Gruppe jeden 2. Donnerstag im Monat bei Kiss Ansbach. Neue Mütter sind herzlich willkommen und können sich über Kiss anmelden.

Selbsthilfegruppe Gemeinsam Entspannen

Mein Name ist Liliana und ich habe letztes Jahr Yoga kennen gelernt und mich sofort verliebt. Ich wollte weiter und regelmäßig praktizieren, allerdings war ein Kurs für mich zu teuer. So bin ich auf die Idee gekommen, eine Selbsthilfegruppe bei Kiss zu initiieren. Das erste Treffen war Mitte Februar.
Im Moment sind wir eine kleine Gruppe von vier Leuten und treffen uns jeden Montag um 15 Uhr in der Nürnberger Kontaktstelle im Gruppenraum 1. Ich bringe meinen Laptop mit und wir üben circa 45 Minuten Yoga und meditieren danach noch 15 – 20 Minuten nach Youtube-Videos. Die letzte halbe Stunde nehmen wir uns Zeit für Rückmeldungen und die Planung der nächsten Woche.
Das vorrangige Ziel ist, zusammen zu entspannen. Und weil Yoga eine Lehre der Harmonie von Körper und Geist ist, geht es darum, sich von der Last des Alltags zu befreien. Eine regelmäßige Yogapraxis wirkt sich nachhaltig positiv aus und ermöglicht es, besser auf die eigenen inneren Ressourcen zugreifen zu können. Außerdem führt Meditation zu einem inneren Frieden und zu positiven Gedanken.
Wenn du Interesse an Entspannungsmethoden hast, bringe lockere Kleidung und eine Decke mit und sei dabei. Sport- oder Yoga-Kenntnisse sind nicht erforderlich. Bei Fragen kannst du dich gerne an Kiss Nürnberg wenden.
Schöne Grüße Liliana

Selbsthilfegruppe für junge Darmerkrankte

Die Diagnose erschüttert, es folgen viele Gespräche und anschließend die medizinische Therapie. „Wenn man dann wieder zu Hause ist, steht der Kopf nicht mehr still“, berichtet die Gruppengründerin über die Zeit nach ihrer Darmkrebsbehandlung. „Während der medizinischen Behandlung ist man betreut und versorgt. Das Nachdenken beginnt erst hinterher.“ Besonders jüngere Betroffene sind mit vielen existenziellen Fragen bezüglich ihrer Zukunft konfrontiert.
Die neue Selbsthilfegruppe „Diagnose Darmkrebs“ richtet sich an Junge und Junggebliebene. Neben Gesprächen und gegenseitiger Unterstützung stehen gemeinsame Aktivitäten auf der Tagesordnung. Das erste Treffen fand im November 2022 in den Räumen von Kiss Ansbach, Bahnhofsplatz 8, statt. Neue Gruppenmitglieder sind jederzeit herzlich willkommen und können sich in der Kontaktstelle unter Tel. 0981 97 22 480 oder ansbach@kiss-mfr.de melden.

Freundinnen, Freunde und Eltern queerer Kids

Wer sind wir? 

Wir sind eine Selbsthilfegruppe, die nun schon seit Ende der 80er Jahre für Eltern und andere Angehörige im Verein Fliederlich e.V., Queeres Zentrum Nürnberg, besteht. 

Warum gibt es uns?

Besonders Eltern sind nach dem Coming Out ihres Kindes (egal welchen Alters) oft überfordert und suchen andere Menschen in ähnlicher Situation, um sich gegenseitig über so viele Fragen wie beispielsweise „Wie gehen wir mit dem Kopfschütteln der Nachbarn um, wenn der Sohn unter der Straßenlaterne seinen Freund küsst?“ oder „Wem erzählen wir, dass unsere Tochter nun ein Sohn ist?“ auszutauschen
Einfache Antworten gibt es nicht, aber wir suchen sie gemeinsam, denn wir wissen, dass von uns und unseren Reaktionen es auch ein Stück weit abhängt, ob die Gesellschaft irgendwann so tolerant und vielfältig ist, wie wir es uns für unsere Kinder wünschen.

Was tun wir?

Wir suchen Wege, wie wir den Kindern und Jugendlichen zeigen können, dass wir sie so lieben, wie sie sind. Wir geben uns gegenseitig Tipps, sprechen über eigene Sorgen, Ängste und Erfahrungen oder tauschen Adressen von Anlaufstellen aus. Wir versuchen zu trösten, haben Verständnis, hören einfach nur zu. So wird klar: keiner ist allein in dieser Situation.

Wie erreicht man uns?

Wir treffen uns immer am ersten Donnerstag im Monat bei Fliederlich in der Sandstr. 1 beim Plärrer (teilweise online/hybrid) oder im Sommer auch mal im Biergarten. Vor dem ersten Besuch bitte per Mail bei eltern@fliederlich.de anmelden. Weitere Infos zum queeren Leben in Franken hier.

Selbsthilfegruppe von Angehörige mit Demenz

Es ist ein Segen, nicht alleine zu sein. Wenn man die Freude mit anderen teilen kann, aber auch seinen Schmerz. Wenn jemand da ist, der mit Empathie zuhört und der weiß, wovon man spricht.
Dies war die Motivation, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen zu gründen. Denn ist ein*e nahe*r Angehörige*r betroffen, so muss man diese Erkenntnis für sich erst einmal akzeptieren und damit umgehen lernen. Es gilt, sich von seinem bisherigen Leben zu verabschieden und die Erinnerung an schönere Tage aufrechterhalten.
In unserer noch jungen Selbsthilfegruppe im Nürnberger Land können wir uns zwanglos und ohne Scheu treffen, uns austauschen und von den Erfahrungen anderer profitieren – in einem geschützten Raum. Man kann sein Herz ausschütten, das ist etwas ganz Wichtiges. Man möchte nicht immer die Familie oder Freund*innen mit den eigenen Sorgen behelligen, sondern sich mit jemandem austauschen, der genau weiß, wovon man spricht. Und das tut sehr gut!
Für die Zukunft planen wir unter anderem, zu wichtigen Fragen rund um die Krankheit eine kompetente Fachkraft einzuladen. Es gibt sehr viele Dinge, die man nicht alleine lösen kann, wo dringend Unterstützung gebraucht wird, so dass all die Fragen einen Raum finden.

Wir treffen uns vierzehntägig donnerstags, im Mehrgenerationenhaus in Röthenbach a. d. Pegnitz, Karlstrasse 5. Neue Betroffene und Interessierte sind herzlich willkommen. Wer in die Gruppe „hineinschnuppern“ möchte, kann sich jederzeit bei Kiss melden.

Online Selbsthilfegruppe „Long Covid – genesen, aber mit Spätfolgen“

Andreas Braune, Ansprechpartner der Selbsthilfegruppe Nürnberg und Nürnberger Land, beschreibt seine Gruppe eindrucksvoll in wenigen Sätzen:
„Keiner von uns möchte diese Gruppe brauchen und trotzdem freuen wir uns alle darüber, dass es sie gibt und wir ein Teil davon sein können. Wir sind eine heterogene Gruppe verschiedener Menschen, verschiedenen Alters, Geschlechtes, mit verschiedenen Interessen und verschiedenen Geschichten, die durch die Krankheit Long Covid verbunden sind.
Wir leben mit einer Krankheit, die unerforscht, überwältigend und oft auch unverstanden ist. Umso schöner ist es in einer Gruppe Gleichgesinnter Rat und Beistand zu finden. Sich mal nicht erklären zu müssen und zum Glück auch oft die Schwere der Krankheitslast mit etwas Humor aus den Augen verlieren zu können.
In unserer Gruppe teilen wir Erfahrungen, geben uns Halt, tauschen neue Informationen aus und diskutieren Therapiemöglichkeiten.
Die Krankheit kann uns die Gruppe zwar nicht nehmen, aber damit zu leben funktioniert mit dieser Gruppe sehr viel besser als alleine.“

Wer ebenfalls von Long Covid betroffen ist, kann sich gerne bei Kiss melden. Wir stellen den Kontakt zur Gruppe her.

Selbsthilfegruppe für von FASD-Betroffene

Ich erzähle viel, weil ich weiß, dass das hier im Raum bleibt. Meine wahren Freunde kann ich an einer Hand abzählen.“ Dominik, 26 Jahre, ist Mitglied der Selbsthilfegruppe für von FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) betroffene Menschen. Regelmäßig kommt er zu den Treffen, weil er hier Halt und Verständnis gefunden hat – gerade auch im Hinblick auf das, was die Herausforderungen im Alltag betrifft.

Für Anna, 19 Jahre, sind Freundschaften ebenso wichtig: „Es entstehen für mich Freundschaften. Ich kann mir hier Tipps von anderen holen. Ich bin nicht mehr allein.“

Als FASD wird die Krankheit bezeichnet, an denen Menschen leiden, deren Mütter in der Schwangerschaft zu viel Alkohol getrunken haben. Eine Krankheit, die zu 100 % vermeidbar gewesen wäre.

Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit oder Aggressionen, aber auch Empathie, Eloquenz und Fröhlichkeit zeichnen Betroffene aus. Auf den ersten Blick sieht man es ihnen nicht unbedingt an. Dies führt leider oft dazu, dass die Krankheit nicht diagnostiziert wird oder man ihnen Vergesslichkeit & Co. zum Vorwurf macht.

Mit der in diesem Jahr gegründeten Selbsthilfegruppe haben von FASD betroffene Menschen erstmals in der Region Erlangen/Fürth/Nürnberg eine Anlaufstelle gefunden, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Inzwischen besuchen fünf Personen regelmäßig die Treffen und es kommen immer neue Menschen hinzu.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir noch weitere von FASD betroffene Personen erreichen könnten – Ihr seid herzlich eingeladen! Wer zu der Selbsthilfegruppe dazu stößt, ist nicht mehr allein! So empfindet es auch Emil, 16 Jahre: „Man ist nicht allein, andere verstehen mich und ich werde so akzeptiert, wie ich bin.“

Die Gruppe trifft sich jeden 2. Samstag im Monat in den Räumen von Kiss Mittelfranken, Henkestraße 78, 91054 Erlangen. Bitte vorher bei Kiss anmelden!

Selbsthilfegruppe MCS/CFS Ansbach

Im Juni dieses Jahres entstand die Idee, eine Selbsthilfegruppe MCS/CFS (= Multiple Chemikalien Sensitivität/Chronisches Fatigue Syndrom) mit Unterstützung durch Kiss Ansbach zu gründen. Auslöser war ein Zeitungsartikel über landwirtschaftliche Pestizide, auf den mehrere MCS-Patienten in Leserbriefen reagierten. Dies ließ mich vermuten, dass es mehrere Betroffene in der Region geben müsse. Nach Rücksprache mit Kiss gab es bislang im Raum Ansbach keine Selbsthilfegruppe für diese beiden relativ unbekannten Umweltkrankheiten.

Über die Fränkische Landeszeitung wurden zwei Patienten mit den jeweiligen Krankheiten und ihrem Anliegen zur Gründung einer Selbsthilfegruppe näher vorgestellt. Daraufhin meldeten sich rund 15 Personen, die am gegenseitigen Austausch interessiert waren. Weil einige davon so krank sind, dass sie ihre Wohnung kaum mehr verlassen können, wurde nach eingehender Beratung beschlossen, eine Online-Gruppe zu gründen. Kiss Ansbach übernahm dankenswerterweise die technische Grundausstattung, so dass die Gruppe erstmals am letzten Tag im Juni 2021 mit sechs Personen an den Start ging.

Bei der zweiten Zusammenkunft waren es schon acht Personen; ein weiterer Zuwachs ist in Aussicht. Die Erfahrungen aus den ersten Zusammenkünften waren durchweg positiv. Manche Teilnehmer*innen waren wirklich überwältigt von dieser neuen Möglichkeit, weil sie sich bisher mit ihrer Krankheit sehr alleingelassen gefühlt haben. Inzwischen wächst und gedeiht die Gruppe und es werden immer mehr wichtige Themen angesprochen, über die lebhaft diskutiert wird. Bislang ist es ein voller Erfolg. Wer Interesse an der Gruppe hat, kann sich gerne an Kiss vor Ort wenden. (Heinz Meyer, Initiator der Initiative)