Auftakt gelungen: „Vom Ich zum Wir – Psychotherapie und Selbsthilfe im Dialog“

Mit rund 35 Teilnehmenden ist unsere digitale Auftaktveranstaltung gestartet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Psychotherapie und Selbsthilfe besser zusammenwirken können – zum Nutzen der Patient*innen.

Neben Einblicken in die Arbeit von Kiss Mittelfranken und die vielfältigen Möglichkeiten der Selbsthilfe wurden konkrete Ansätze aufgezeigt, wie Selbsthilfe die therapeutische Versorgung sinnvoll ergänzen kann.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt für eine Reihe weiterer Formate, die im Projektverlauf auch in den Regionen vor Ort stattfinden werden.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für ihre Zeit und ihr Interesse und hoffen, die eine oder den anderen bei den kommenden Präsenzterminen wiederzusehen – im direkten Austausch und zum Kennenlernen mit den Selbsthilfegruppen.

Mehr Informationen und kommende Termine finden Sie auf unserer Website: https://kiss-mfr.de/vom-ich-zum-wir/

Unsere Frühjahrsklausur in Pappenheim

Zur alljährlichen Frühjahrklausur kamen die Kolleg*innen der einzelnen Kiss-Standorte Mitte April im EBZ-Tagungshaus in Pappenheim zusammen. Eineinhalb Tage wurde nicht nur zurück-, sondern vor allem vorausgeblickt und darüber diskutiert, wie sich die mittelfrankenweite Arbeit der Kontaktstellen im kommenden Jahr gestalten soll.

Darüber hinaus wurde die Zeit genutzt im Team über aktuelle Strömungen in der gemeinschaftlichen Selbsthilfe zu sprechen. Einmal mehr konnten wir feststellen, dass die Selbsthilfelandschaft immer auch wie eine Art Spiegel der Gesellschaft funktioniert.

Neben vielen kleinen und großen Entscheidungen dreht sich die wohl größte Änderung um den Jahresschwerpunkt von Kiss. Nach kollektiver Entscheidung wird es künftig kein gemeinsames Jahresmotto mehr geben. Stattdessen wollen sich die Kontaktstellen darum bemühen eine gemeinsame mittelfrankenweit-organisierte Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die einem spezifischen Thema folgt. Für 2027 steht hier ein Fachtag zu dem spannenden Thema „medical gaslighting“ im Raum – ein Problem, mit dem sich vor allem Frauen, Senior*innen, Menschen mit Migrationshintergrund, Patient*innen mit psychischen Erkrankungen sowie queere Menschen immer häufiger konfrontiert sehen. Medical Gaslighting meint die Abwertung oder das Herunterspielen von Beschwerden durch das medizinische Fachpersonal.

Ein anderer Grund, warum viele Kolleg*innen sich alljährlich auf die Frühjahrsklausur freuen: Das kollegiale Miteinander abseits der Arbeit in den Kontaktstellen. Durch die mittelfrankenweite Struktur von Kiss sind die jährlichen Termine, zu denen sich alle in Präsenz treffen, eher spärlich. Umso schöner gestalteten sich wieder mal die Abendstunden, in denen das Team zu Tischtennis, Kicker, ausgiebigen Spaziergängen und zum persönlichen Austausch zusammenkam.

27. Gesundheitsmarkt am Jakobsplatz – Begegnung, Austausch und gelebte Selbsthilfe

Am Samstag, den 09.05.2026, fand auf dem Nürnberger Jakobsplatz der 27. Gesundheitsmarkt statt – eine langjährige Kooperationsveranstaltung des Gesundheitsamtes Nürnberg und Kiss Nürnberg-Fürth. Bei bestem Frühlingswetter nutzten zahlreiche interessierte Bürger*innen die Gelegenheit, sich rund um die Themen Gesundheit, Prävention, Beratung und Selbsthilfe zu informieren.

Über 70 Infostände, davon allein 43 Selbsthilfegruppen und gesundheitsbezogene Einrichtungen aus Nürnberg präsentierten ihre vielfältigen Angebote und kamen mit Besucher*innen ins Gespräch. Der Gesundheitsmarkt bot damit erneut eine wichtige Plattform für Information, Vernetzung und persönlichen Austausch.

Ein besonderes Highlight war die offizielle Eröffnung durch Oberbürgermeister Marcus König, Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm sowie Marion Krieg von Kiss Nürnberg-Fürth. Im Anschluss fand ein gemeinsamer Rundgang mit dem Oberbürgermeister, der Referentin sowie den Stadträt*innen statt. Dabei wurden vier Selbsthilfegruppen besucht, die Einblicke in ihre wertvolle Arbeit gaben und über ihre Anliegen, Wünsche und aktuellen Herausforderungen berichteten.

Der große Zuspruch und die vielen bereichernden Gespräche zeigten einmal mehr, wie wichtig niedrigschwellige Gesundheitsangebote und die Arbeit der Selbsthilfegruppen für unsere Stadtgesellschaft sind.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden, engagierten Selbsthilfegruppen und Einrichtungen für diesen wieder einmal gelungenen Gesundheitsmarkt!

Selbsthilfe zeigt Gesicht – unsere Wanderausstellung soll wandern!

Mit insgesamt 36 Rollups, davon 24 Portraits von Selbsthilfeaktiven und 12 Infotafeln zur Selbsthilfe, ist unsere Wanderausstellung ein echter Blickfang auf Zeit für größere Räume wie Foyers, Wartebereiche, Hallen, Kirchen, Heime, aber auch Firmen, kommunale Einrichtungen, Kliniken oder Banken. Und wenn, wie in Foyers oder Wartebereiche, nicht so viel Platz ist, kann die Ausstellung auch nur in Teilen ausgeliehen werden.

Schauen Sie sich auf unserer Homepage die einzelnen Motive an und wir freuen uns, wenn Sie der gemeinschaftlichen Selbsthilfe einen Raum zum Präsentieren geben.

https://kiss-mfr.de/service/ausstellung-selbsthilfe-zeigt-gesicht/

Reminder: Mittelfränkischer Selbsthilfepreis 2026 – Anmeldungen bis Ende Juni noch möglich

Wer es schon mal gelesen und wieder vergessen hat, hier die Erinnerung für die Bewerbung zum diesjährigen Selbsthilfepreis unter dem Motto „Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“.

Es sind bereits einige interessante Anträge von mittelfränkischen Selbsthilfegruppen eingegangen. Wir freuen uns bis Ende Juni noch auf weitere. Schließlich winken den ersten drei prämierten Gruppen jeweils 2000 Euro zur freien Verfügung für ihre Gruppenarbeit. Herzlichen Dank gilt hier der Bürgerstiftung Kerscher, die den Preis finanziert.

Also, schauen Sie auf unsere Homepage, dort finden Sie alle Informationen und Unterlagen. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns. Wir freuen uns auf Ihre Gruppenbewerbung!

Mein Weg in die Selbsthilfe – Teil 8

Beim letzten Gruppentreffen hat sich die Dynamik ein wenig verändert. Zwei neue Teilnehmerinnen sind dazugekommen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie aufgeregt ich bei meinem ersten Treffen war. Wie schwer es mir gefallen ist, überhaupt etwas zu sagen. Wenn Menschen nervös sind, gehen sie ganz verschieden damit um – ich tendiere eher dazu wenig bis nichts zu sagen und andere erzählen schnell ganz viel und nehmen damit viel Raum ein. Die beiden Neuen gehören eher zu den letztgenannten. Sie erzählen ihre Geschichte, möchten verstanden werden und suchen Orientierung. Genau dafür ist die Gruppe ja auch da.

Und trotzdem habe ich während des Treffens etwas in mir bemerkt: das Gefühl, zu kurz zu kommen.

Die Gespräche drehten sich diesmal viel um die Themen und Erfahrungen der Neuen. Viele von uns „Alten“ hörten zu, machten Mut und erklärten Abläufe oder Gedanken, die für uns inzwischen vertraut sind. Währenddessen wurde mein eigenes Anliegen immer kleiner. Irgendwann habe ich gemerkt, dass die Zeit fast vorbei war und ich noch gar nicht dran war. Früher hätte ich dieses Gefühl vermutlich einfach weggepackt und mir eingeredet, dass es nicht so wichtig ist. Doch diesmal blieb die Frage in meinem Kopf: Wie kann eine Gruppe eigentlich allen gerecht werden?

Denn natürlich sollen neue Teilnehmer*innen willkommen sein. Ich weiß selbst, wie wertvoll dieses erste Gefühl von Verständnis und Offenheit sein kann. Gleichzeitig brauchen auch diejenigen weiterhin Raum, die schon länger dabei sind. Probleme verschwinden ja nicht einfach, nur weil man schon einige Monate in einer Gruppe sitzt. Auch die „Alten“ tragen ihre Themen, Zweifel und Ängste mit sich immer noch herum.

Vielleicht gibt es darauf keine perfekte Antwort oder festes Konzept und vielleicht gehört genau dieses Ausprobieren zu einer Selbsthilfegruppe dazu. Mal braucht jemand mehr Aufmerksamkeit, weil gerade alles zusammenbricht. Mal nimmt sich jemand bewusst zurück, um anderen Raum zu geben. Und manchmal muss man lernen, auszusprechen, wenn man selbst etwas braucht.

Genau das nehme ich aus diesem Treffen mit: Gemeinschaft bedeutet nicht nur zuzuhören und Verständnis zu zeigen. Gemeinschaft bedeutet auch, ehrlich zu sagen, wenn etwas fehlt. Es ist einfach wichtig, auch solche Themen offen in der Gruppe anzusprechen. Nicht als Vorwurf, sondern als gemeinsame Frage: Wie schaffen wir es, dass sich neue und alte Teilnehmer*innen gleichermaßen gesehen fühlen?

Denn am Ende kommen wir doch alle aus demselben Grund dorthin: Wir möchten verstanden werden, uns beim Treffen wohlfühlen und mit dem Gefühl nach Hause gehen, nicht allein zu sein.

Die Selbsthilfegruppe für Kriegskinder, Kriegsenkel, Kriegsurenkel stellt sich vor

Wir sind eine Gruppe von Frauen, die sich mit der Vergangenheit ihrer Familien auseinandersetzt: die schrecklichen Erfahrungen des Krieges, die Ängste – nicht nur in den Bombennächten, der Verlust eines geliebten Menschen, Flucht und Vertreibung oder z. B. die Schuldfrage des Vaters. Diese dramatischen Erlebnisse und Traumata unserer Eltern spürten wir in unserer Kindheit als nicht erklärbare, negative Grundstimmung, Ängstlichkeit, Traurigkeit oder als Unfähigkeit, glücklich zu sein.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Epigenetik können traumatische Ereignisse vererbt werden, sogar an die Urenkel-Generation – fatal wirken sie in uns weiter. Es gilt, nicht nur die eigene Geschichte zu reflektieren, sondern die Überlegung anzustellen, wie eine Aussprache und/oder Aussöhnung mit der eigenen Mutter oder dem Vater – auch nach deren Tod – noch möglich ist.

Wir treffen uns jeden 2. Montag im Monat um 18:30 Uhr in Erlangen. Bei Interesse bitten wir um Kontaktaufnahme mit Kiss Erlangen.

Termine

  • Gesundheitstag in Heideck am Sa, 11.07.2026, 11 – 16 Uhr im BRK Seniorenhaus am Schlossberg, Südlicher Stadtgraben 1

Zum ersten Mal findet ein Gesundheitstag des BRK Kreisverband Südfranken in der schönen Stadt Heideck statt. Wir von Kiss Roth-Schwabach und weitere Akteure aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich sind mit dabei. An unserem Stand können Sie sich über die gemeinschaftliche Selbsthilfearbeit informieren und bei einem Selbsthilfe-Quiz ihr Glück versuchen. Wir freuen uns auf ihren Besuch!

  • Schreibwerkstatt die Zweite am Sa, 18.07.2026, 10 – 15 Uhr bei Kiss Nürnberg/Fürth, Am Plärrer 15, Nürnberg

Auf Wunsch und in Selbstorganisation der Teilnehmenden von der letzten Schreibwerkstatt im März findet nun ein zusätzlicher Workshop mit Ilse Weiß, Journalistin und ehemalige Straßenkreuzer-Chefredakteurin, statt. Das Thema ist “Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“.

Gedanken in Worte fassen, zum Punkt kommen, Formulierungen fließen lassen oder Sprache verdichten – all das gelingt in der Schreibwerkstatt. Fertige Texte können gern im kiss.blog veröffentlicht werden. Der Workshop ist offen für alle, die Lust am Schreiben haben oder diese entdecken wollen. Es braucht weder Vorerfahrung noch besonderes Talent.

Unkostenbeitrag: 20 €, Tee und Wasser vorhanden, Essen bitte selbst mitbringen.  Anmeldungen bis Do, 09.07.2026 bei Kiss Nürnberg/Fürth, Tel. 0911 234 94 49 oder nuernberg@kiss-mfr.de

Mehr Infos unter https://kiss-mfr.de/seminare-und-veranstaltungen/

Unser Jahresmotto 2026: „Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“ 

Das „Miteinander“, das bei uns letztes Jahr im Vordergrund stand, rückt auch dieses Jahr nicht in den Hintergrund. Unser Motto für 2026 lautet „Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“. Vielfalt kann es nur in der Zusammenkunft mehrerer Menschen geben und durch das Miteinander kann und soll sie gefördert und gelebt werden. 

 Was für uns das Jahresmotto bedeutet: 

Unsere Gesellschaft ist vielfältig. Menschen unterscheiden sich in ihren Lebensgeschichten, Erfahrungen, Identitäten sowie in ihren körperlichen und seelischen Voraussetzungen. Gleichzeitig erleben wir, dass Unterschiede immer häufiger Anlass für Ausgrenzung und Abwertung sind. Komplexe Lebenslagen werden übersehen, individuelle Stimmen überhört. 

Gerade deshalb braucht es Räume, in denen Vielfalt nicht erklärt oder gerechtfertigt werden muss, sondern selbstverständlich gelebt wird. Die gemeinschaftliche Selbsthilfe ist ein solcher Raum. In Selbsthilfegruppen sind alle gleich – unabhängig davon, ob sie körperlich oder psychisch erkrankt sind, einsam, behindert oder unterschiedliche sprachliche und kulturelle Hintergründe haben. Was sie verbindet, ist ein gemeinsames Anliegen und die Erfahrung, dass gegenseitige Unterstützung in der Gemeinschaft guttut. 

Selbsthilfe lebt von Unterschiedlichkeit. Verschiedene Perspektiven und Wege bereichern die Gruppen, schaffen Vertrauen und ermöglichen Veränderungen, die alleine oft nicht möglich wären. So wird Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern aktiv gelebt. 

Auch für unsere Gesellschaft gilt: Vielfalt braucht Begegnung, Respekt und Solidarität. Sie braucht Orte, an denen Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und erfahren, dass Unterschiede verbinden können. Seit vielen Jahrzehnten prägt und bereichert die gemeinschaftliche Selbsthilfe unser Zusammenleben und ist heute ein wichtiger Pfeiler des Gesundheits- und Sozialwesens. 

Deshalb sagen wir ganz bewusst: Leben wir die Vielfalt! 

Mittelfränkischer Selbsthilfepreis 2026

Es ist wieder so weit. Heuer vergeben wir den mittelfränkischen Selbsthilfepreis bereits zum vierten Mal. Das diesjährige Thema lautet: „Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“. Die prämierten drei Selbsthilfegruppen erhalten jeweils 2000 Euro für ihre Gruppenarbeit zur freien Verfügung. Es lohnt sich also, mal auf unserer Seite zu stöbern, sich mit den Gruppenteilnehmenden Gedanken zu machen und einen Antrag einzureichen. Alle Informationen und die Unterlagen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und bei Fragen wenden Sie sich einfach an uns. 

Der Selbsthilfepreis wird ermöglicht durch die Bürgerstiftung Kerscher. Vielen Dank dafür!