Unser Jahresmotto 2026: „Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“ 

Das „Miteinander“, das bei uns letztes Jahr im Vordergrund stand, rückt auch dieses Jahr nicht in den Hintergrund. Unser Motto für 2026 lautet „Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“. Vielfalt kann es nur in der Zusammenkunft mehrerer Menschen geben und durch das Miteinander kann und soll sie gefördert und gelebt werden. 

 Was für uns das Jahresmotto bedeutet: 

Unsere Gesellschaft ist vielfältig. Menschen unterscheiden sich in ihren Lebensgeschichten, Erfahrungen, Identitäten sowie in ihren körperlichen und seelischen Voraussetzungen. Gleichzeitig erleben wir, dass Unterschiede immer häufiger Anlass für Ausgrenzung und Abwertung sind. Komplexe Lebenslagen werden übersehen, individuelle Stimmen überhört. 

Gerade deshalb braucht es Räume, in denen Vielfalt nicht erklärt oder gerechtfertigt werden muss, sondern selbstverständlich gelebt wird. Die gemeinschaftliche Selbsthilfe ist ein solcher Raum. In Selbsthilfegruppen sind alle gleich – unabhängig davon, ob sie körperlich oder psychisch erkrankt sind, einsam, behindert oder unterschiedliche sprachliche und kulturelle Hintergründe haben. Was sie verbindet, ist ein gemeinsames Anliegen und die Erfahrung, dass gegenseitige Unterstützung in der Gemeinschaft guttut. 

Selbsthilfe lebt von Unterschiedlichkeit. Verschiedene Perspektiven und Wege bereichern die Gruppen, schaffen Vertrauen und ermöglichen Veränderungen, die alleine oft nicht möglich wären. So wird Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern aktiv gelebt. 

Auch für unsere Gesellschaft gilt: Vielfalt braucht Begegnung, Respekt und Solidarität. Sie braucht Orte, an denen Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und erfahren, dass Unterschiede verbinden können. Seit vielen Jahrzehnten prägt und bereichert die gemeinschaftliche Selbsthilfe unser Zusammenleben und ist heute ein wichtiger Pfeiler des Gesundheits- und Sozialwesens. 

Deshalb sagen wir ganz bewusst: Leben wir die Vielfalt! 

Mittelfränkischer Selbsthilfepreis 2026

Es ist wieder so weit. Heuer vergeben wir den mittelfränkischen Selbsthilfepreis bereits zum vierten Mal. Das diesjährige Thema lautet: „Vielfalt leben – Selbsthilfe macht den Unterschied“. Die prämierten drei Selbsthilfegruppen erhalten jeweils 2000 Euro für ihre Gruppenarbeit zur freien Verfügung. Es lohnt sich also, mal auf unserer Seite zu stöbern, sich mit den Gruppenteilnehmenden Gedanken zu machen und einen Antrag einzureichen. Alle Informationen und die Unterlagen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und bei Fragen wenden Sie sich einfach an uns. 

Der Selbsthilfepreis wird ermöglicht durch die Bürgerstiftung Kerscher. Vielen Dank dafür! 

„Die Storchencrew – Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch“  

Etwa jedes sechste Paar hat Schwierigkeiten, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Helfen kann dabei die Kinderwunschmedizin, mit deren Verfahren in den letzten Jahrzehnten mehr als 400.000 Kinder in Deutschland auf die Welt kamen. 

Über den unerfüllten Kinderwunsch und eine medizinische Behandlung zu reden ist schwierig und sowohl für die Frauen als auch im gesellschaftlichen Kontext ein Tabuthema. Um mit seinen Gedanken und Gefühlen nicht allein zu sein, ist der Austausch mit anderen betroffenen Frauen, die verstehen, worum es geht, wichtig.  

Möchtest du dich vernetzen? Interessierst du dich für reproduktionsmedizinsche Behandlungen oder hast bereits Erfahrungen damit? Dann bist du herzlich willkommen in unserer Gruppe. Wir wollen uns gegenseitig auf unserem Kinderwunschweg unterstützen! 

Das erste Treffen findet bei Kiss Roth-Schwabach am Do, den 05. März 2026 um 18 Uhr statt. Weitere Termine sind dann jeden 1. Do im Monat zur selben Zeit geplant. Die Teilnahme ist kostenfrei, lediglich ein Raumobolus von 2 € pro Treffen pro Person fällt an. 

Bei Interesse bitten wir um Kontaktaufnahme mit Kiss Roth-Schwabach unter roth@kiss-mfr.de oder 09171/ 989 737 0. 

Mein Weg in die Selbsthilfe – Teil 7

Dieses „Gemeinsam“, das letzte Woche in der Gruppe so sehr spürbar war, hallt noch immer in mir nach. Eine Teilnehmerin hatte beim letzten Treffen erwähnt, dass sie in schweren Momenten oft an die Gruppe denken muss und an das, was wir dort besprechen. Auch ich komme immer wieder in Situationen, die mich herausfordern. Situationen, die mich in alte Muster fallen lassen. Situationen, die mich unsicher werden lassen.  Situationen, die ich am liebsten vermeiden würde. Aber ich habe in der letzten Zeit viel über mich gelernt ­­­– sowohl in meinen Therapiestunden als auch in der Gruppe. Die Situationen, die ich früher gemieden habe und auch heute noch am liebsten meiden würde, nutze ich heute aktiv, um zu wachsen. Ich spreche an, wenn mir etwas ungerecht erscheint, oder ich anderer Meinung bin. Meistens habe ich dann wacklige Beine und fang an zu schwitzen, weil es für mich etwas Neues und Ungewohntes ist. Was mich dabei motiviert ist der Gedanke, dass ich beim nächsten Treffen stolz von dieser Situation berichten und andere aus der Gruppe ermutigen kann, das Gleiche zu tun. Jedes Mal, wenn ich für meine Meinung einstehe und sogar mal anderen widerspreche, fühle ich mich befreiter. Fühle mich größer, fühle mich beachtet und gesehen. Nicht nur mein Selbstbewusstsein wächst, sondern auch meine Selbstwirksamkeit.

Diese Veränderung kam nicht über Nacht und auch die bloße Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe führt nicht zu ganz neuen Verhaltensweisen. Bei mir gibt es mehrere Gründe: Begonnen hat alles in dem Moment, in dem ich bei Kiss angerufen habe, um mich nach einer Selbsthilfegruppe zu erkundigen. Ich wurde aktiv und habe mich getraut einer fremden Person von meinem Thema zu erzählen. Beim ersten Treffen habe ich gemerkt, dass ich mit meinem Thema gar nicht allein bin. Das gegenseitige Bestärken, Mut machen und einfach verstanden fühlen gibt mir am meisten das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Ich darf zeigen, wer ich bin!

Unsere neuen Kolleginnen

 von links nach rechts: Franziska Hörber, Laura Schmidt, Melanie Beier-Schuster

Kiss Nürnberg·Fürth 

Ich bin Franziska Hörber, 32 Jahre alt und Sozialarbeiterin. 
Ich bringe Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendarbeit, dem Freiwilligendienst sowie der Migrations- und Integrationsarbeit mit und war ehrenamtlich in verschiedenen Gremien und organisatorischen Bereichen tätig. 

Ich freue mich, den Standort Kiss in Nürnberg/Fürth zu ergänzen. 
Selbsthilfe ist für mich ein besonders wertvolles Arbeitsfeld, da es vielseitig, gesellschaftlich relevant und wirksam ist, sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene. 

Ich freue mich auf die vielfältigen Aufgaben, darauf, meine Kolleginnen und Kollegen besser kennenzulernen, auf die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfeaktiven und auf die Vernetzung in Nürnberg und Fürth. 

Kiss Nürnberger Land 

Mein Name ist Laura Schmidt und ich lebe seit 15 Jahren mit meiner Familie im Nürnberger Land. 

Mein Hintergrund ist sehr vielfältig: Geboren in Rumänien, dort habe ich Lehramt studiert und später in der Schweiz Touristik absolviert. In den letzten Jahren folgten dann Weiterbildungen im pädagogischen Bereich – besonders in der Kinder- und Familienarbeit sowie in der Beratung. 

Zuletzt habe ich im Familienstützpunkt gearbeitet und dort Kiss kennengelernt. Das Thema Selbsthilfe hat mich sofort interessiert. Seit Januar leite ich nun die Kontaktstelle hier im Nürnberger Land als Nachfolgerin von Ermina Kadic, die in die Geschäftsführung gewechselt ist.  

Durch meine Erfahrung in der Familienberatung weiß ich, wie wichtig die Begleitung in schwierigen Zeiten ist. Mein Einstieg bei Kiss hat mir gezeigt, wie kraftvoll die Gemeinschaft als Ergänzung zur Beratung wirkt. Mir ist es ein Herzensanliegen, Menschen dabei zu unterstützen, in Selbsthilfegruppen zusammenzukommen, um sich gegenseitig zu stärken. Ich möchte Räume schaffen, in denen Betroffene durch Austausch ihre eigene Selbstwirksamkeitzurückgewinnen und erleben, dass sie auf ihrem Weg nicht allein sind. Dabei nutze ich auch meine internationale Erfahrung und meine Muttersprache Rumänisch als Brücke, um Barrieren abzubauen und Personen mit unterschiedlichen Hintergründen den Weg in die Gemeinschaft zu erleichtern. 

 Kiss Erlangen 

Ich heiße Melanie Beier-Schuster und komme aus der Verwaltung einer sehr großen Betriebskindertagesstätte. Seit Februar bin ich nun Teil des Kiss Teams in Erlangen. Für Kiss tätig zu sein, bedeutet für mich, Teil eines wichtigen und sinnstiftenden Arbeitsfeldes zu sein. Der Austausch und die gegenseitige Unterstützung, die in Selbsthilfegruppen geleistet werden, sehe ich als einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft – das möchte ich gerne aktiv unterstützen. Ich wurde herzlich aufgenommen und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.  

Geänderte Beratungszeiten Kiss Mittelfranken

Das Herzstück unserer Arbeit ist die Beratung für alle Interessierten an gemeinschaftlicher Selbsthilfe und für die Gruppen, die es mittelfrankenweit bereits gibt. Von daher haben wir uns als Kontaktstellen auf möglichst einheitliche Beratungszeiten vor allem im ländlichen Raum geeinigt. So kann auch mal ein anderer Standort das Telefon übernehmen, wenn in der Kontaktstelle vor Ort aus terminlichen Gründen keiner anwesend ist. Natürlich muss man sich nicht zwingend nur an die ausgeschriebenen Zeiten halten, wir arbeiten ja auch darüber hinaus und sind für Sie da, wenn wir im Büro sind. Unsere Zeiten können Sie hier finden.

Darüber hinaus gibt es nun eine mittelfrankenweite Telefonsprechstunde jeden Mittwoch von 16 – 18 Uhr. Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie in der Kontaktstelle vor Ort anrufen und sich dann jemand aus einem anderen Standort meldet. Unsere Datenbank mit den vorhandenen Selbsthilfegruppen ist für alle Mitarbeiter*innen abrufbar und die weiterführende Beratung für Ihr Anliegen ist ebenfalls gesichert.

Termine

Vortrags- und Diskussionsabend „Leben mit Tinnitus“ am Di, 17.03.2026 um 19 Uhr bei Kiss Ansbach

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erwünscht. Beim Infoabend werden folgende Themen angesprochen: Ursachen von Tinnitus, Hintergründe, Bewältigungsstrategien sowie kritische Einordnung unseriöser Heilmethoden und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse.

28. Gesundheitsmarkt am Sa, 09.05.2026 von 13–17 Uhr am Jakobsplatz in Nürnberg

Schauen Sie vorbei und erleben Sie Selbsthilfe hautnah! Zahlreiche Gruppen und soziale Einrichtungen stellen ihre Arbeit vor und bieten Raum für persönliche Gespräche und Austausch. Ein idealer Anlass, mitten im Trubel des Trempelmarkts neue Impulse zu sammeln und miteinander in Kontakt zu kommen.

Tag der Seltenen Erkrankung

Genau 100 Teilnehmende fanden sich zum Fachtag zu seltenen Erkrankungen am 21. Februar im Veranstaltungssaal des Südpunkts in Nürnberg ein! Sie waren nicht nur aus Mittelfranken angereist, sondern aus ganz Bayern und eine Teilnehmende kam sogar aus Lübeck.

Und genau ein Jahr lang hat sich das Vorbereitungsteam, bestehend aus Selbsthilfeaktiven und Mitarbeiter*innen von Kiss Mittelfranken, regelmäßig getroffen, um diesen Fachtag stattfinden zu lassen.

Dank der hervorragenden Organisation lief alles wie am Schnürchen!

Die Grußworte per Videoschalte der Nürnberger Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm fanden großen Anklang, da sie die Bedeutung der Selbsthilfegruppen für unsere Gesellschaft hervorhob und ihre Wertschätzung für das Engagement der Teilnehmenden betonte.

Herr Dr. Crahé, Facharzt für Anästhesie, spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin im Zentrum für Schmerzmedizin Fürth, nahm mit den ersten humorvollen Sätzen das Publikum mit in das Thema „Wie kann ich mit meiner Erkrankung besser zurechtkommen“. Er gab einen fundierten Überblick über all die Faktoren, die neben der medizinischen Behandlung eine wichtige Rolle spielen und teilte Tipps, wie jede Person die für sie geeignete unterstützende Maßnahme finden kann: „Was stärkt meine Resilienz, wie finde ich Menschen, die mich begleiten, welche Prioritäten setze ich in meinem Alltag, wie viel Raum bleibt für ein Leben neben all den Therapien…?“ Das zustimmende Nicken im Publikum zeigte, dass genau dies die Themen sind, die chronisch Kranke und ihre Angehörigen beschäftigen.

Die anschließende kleine Gesprächsrunde mit Dr. Crahé, der Physiotherapeutin Lena Seidl, dem Fachberater der EUTB Axel Wisgalla und Robert Kahlert aus einer Selbsthilfegruppe ergänzte das Gesagte durch eigene Erfahrungsberichte. Ein Beitrag aus dem Publikum brachte die Frage zur Bedeutung der Spiritualität im Leben mit chronischen Erkrankungen auf den Punkt: In der Spiritualität können wir den Weg vom „Ich“ zum „Wir“ finden. Genau der Gedanke, der viele Teilnehmende zum Fachtag oder in die Selbsthilfegruppe führte.

In den Workshops am Nachmittag konnten einzelne Aspekte des Gehörten vertieft werden: Ernährung, Atemtherapie, Schmerztherapie, Hilfsmittelversorgung, rechtliche Fragen – in allen Räumen fand ein intensiver Austausch statt. Und für alle, die gleich vor Ort mehr Leichtigkeit in den Alltag bringen wollten, gab es eine Runde Lachyoga.

Zusätzlich konnten sich die Teilnehmenden in den Pausen an Infoständen über einzelne Krankheitsbilder und deren Selbsthilfeverbände informieren und erste Kontakte zu den Gruppen knüpfen.

Das Fazit für alle am Schluss: es war ein äußerst informativer Fachtag, auf dem auch der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung nicht zu kurz kamen. Mit den Worten „Gerne wieder“ machten sich alle auf den Heimweg.

Neue geschäftsführende Vorstände bei Kiss Mittelfranken e. V.

 

Liebe Newsletter-Abonnent*innen, liebe Selbsthilfe-Aktive in Mittelfranken, 

wir möchten uns heute als neue geschäftsführende Vorstände des Trägervereins Selbsthilfekontaktstellen Kiss Mittelfranken e. V. bei Ihnen vorstellen.  

Wir sind Friedrich Fackelmann und Ermina Kadic und haben zum 1. Januar 2026 die Geschäftsführung von Kiss Mittelfranken übernommen. In dieser Rolle treten wir die Nachfolge von Elisabeth Benzing an, die sich zum 31.12.2025 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat. Wir bedanken uns ganz herzlich für die vielen Jahre, in der sie die mittelfränkischen Kontaktstellen und den Verein mit ihrem unerschöpflichen Knowhow und ihrer empathischen Art bereichert hat.  

Was uns angeht, sind wir beide seit über drei Jahren bei Kiss in verschiedenen Positionen tätig gewesen: Ermina Kadic als Kontaktstellenleitung von Kiss Nürnberger Land und Friedrich Fackelmann unter anderem als Assistent der Geschäftsführung. Diese Erfahrungen nehmen wir mit in unsere neuen Rollen und freuen uns darauf, gemeinsam die Zukunft von Kiss Mittelfranken zu gestalten. 

Wir sind davon überzeugt: Mittelfranken braucht eine starke und lebendige Selbsthilfelandschaft! Kiss wird weiterhin alles dafür tun, dass das so bleibt! 

Herzliche Grüße aus Nürnberg 

Friedrich Fackelmann & Ermina Kadic 

Termine

Herzliche Einladung zum Fachtag zum „Tag der Seltene Erkrankungen“

Seltene Erkrankungen bringen viele Herausforderungen mit sich wie lange Diagnosewege, komplexe Behandlungen und oft das Gefühl, mit vielem allein zu sein. Umso wichtiger ist die Selbsthilfe: Menschen, die ihre Erfahrungen teilen und andere unterstützen. Anmeldung hier.  

Wann: Sa, 21. 02.2026, 9 – 16 Uhr

Wo: Südpunkt, Pillenreuther Str. 147, 90459 Nürnberg 

Teilnahmebeitrag: 10 €

Unsere Seminare und Veranstaltungen finden Sie auf unserer Homepage.